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Leere Regale – was ist mit der Supply Chain los und wie sollten Unternehmen reagieren?

Wir kennen es aus den täglichen Nachrichten, aber auch aus den persönlichen Erfahrungen im Elektronik-Markt oder beim Autokauf – viele Produkte, die wir früher einfach mitnehmen konnten, haben aktuell extrem lange Lieferzeiten, sind gar nicht lieferbar oder deutlich teurer geworden. Woran liegt das, wie können Konsumgüter-Unternehmen darauf reagieren und wie lange wird diese Lage anhalten?

Die aktuelle Situation am Markt wird durch eine Kombination von verschiedenen Ereignissen beeinflusst, die sich gegenseitig verstärken: temporäre Hafen-Schließungen durch Covid, “Blue Sky” Umwelt-Vorgaben in China, die Verfügbarkeit von LKW-Fahrern in Europa und unvorhersehbare Covid-Restriktionen (z.B. durch die Omikron Variante) haben Auswirkungen auf Lieferungen und den internationalen Rohstoffmarkt. Rohstoffe sind häufig nicht verfügbar, haben lange Lieferzeiten und / oder die Preise haben sich in wenigen Monaten vervielfacht. Dadurch ist die Supply Chain und “Just-in-time" Produktion vieler Unternehmen nicht mehr sichergestellt und die Preise steigen für Produzenten und somit auch für Verbraucher rapide an.

Wie können die Unternehmen darauf reagieren? Für Rohstoffe empfiehlt es sich, schnellstmöglich Alternativ-Lieferanten und Substitutions-Rohstoffe zu suchen, auf die im Notfall ausgewichen werden kann. Als Reaktion auf die teils exorbitanten Preis-Steigerungen können vor allem Joint Ventures und langfristige Partnerschaften mit Lieferanten helfen, um die Preise so weit wie möglich abzusichern.

In der Logistik der Lieferketten kommt es durch geschlossene Häfen, Container-Mangel und einem Engpass an LKW-Fahrern zu einem Verzug in der Lieferung. Mit Luftfracht und eigens gecharterten Flugzeugen kann reagiert werden, allerdings zu extremen Kosten. Wenn der Produzent dann die Ware im Fertigwaren-Lager hat, fehlen oft die LKWs, um die Waren in den Einzelhandel zu bringen. Am Markt ist auch hier eine deutliche Steigerung der Logistikkosten zu sehen.

In dieser Situation ist die langfristige Planung der Hersteller und Lieferanten, aber auch eine zielgenaue Reaktion auf Veränderungen essenziell. Technologie-basierte „Predictive Analytics“ Tools können schnelle daten-basierte Analysen und Planungen ermöglichen, werden aber nach unserer Erfahrung selten eingesetzt. Zudem müssen Planungsprozess und wesentliche KPIs auf die aktuelle Situation im Handel mit verändertem Online- / Offline-Mix angepasst werden. Mit entsprechender Transparenz werden die Logistik-Probleme zwar nicht beseitigt, aber die wenigen, teuren Transport-Optionen können zielgerichtet und effektiv genutzt werden.

Wie lange werden die Disruptionen noch anhalten? Nach unseren Einblicken ist aktuell keine Entspannung in Sicht und auch die langfristigen Prognosen und Marktpreise sagen eine angespannte Situation für die kommenden Monate voraus. Aufgrund der komplexen Situation und fehlenden kurzfristigen Handlungsalternativen erwarten wir frühestens zum 2. Halbjahr 2022 eine Erholung. Die Situation wird also kein kurzer “Holiday Hangover”, wie auch unsere Kollegen in der aktuellen Ausgabe unseres Retail Viewpoints noch weiter ausführen.

Die Situation wird also kein kurzer “Holiday Hangover”, wie auch unsere Kollegen in der aktuellen Ausgabe unseres Retail Viewpoints noch weiter ausführen.

Tags

germany, retail, consumer products, supply chain, covid-19, transportation, logistics, disruption

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